Daumen

Besonderheiten in der Altenpflege

Während deutsche Kliniken in den vergangenen Jahren bereits Fortschritte hinsichtlich der Vermeidung von Nadelstichverletzungen – zum Beispiel durch den verstärkten Einsatz sicherer medizinischer Instrumente – erzielten, wurde auf das wichtige Arbeitsschutzthema im Bereich der Altenpflege bisher weniger Augenmerk gelegt. Dabei kommt es gerade in für diesen Bereich typischen Situationen, wie Überbelastung am Arbeitsplatz durch den Einsatz von zu wenig Personal, zu einem erhöhten Risiko, sich an medizinischen Instrumenten zu verletzen und mit gefährlichen Erregern zu infizieren. Vor allem auch in der ambulanten Betreuung älterer Menschen, wo ein rascher Ortswechsel erfolgt und kein stabiles Arbeitsumfeld gegeben ist, steigt das Risiko, sich zu verletzen.

Eine häufige Verletzungsquelle in der Altenpflege stellt unter anderem die Betreuung von Diabetikern dar: Hier setzen sich viele Tausende Pflegekräfte täglich der Gefahr einer Nadelstichverletzung aus. Denn Expertenschätzungen zufolge sind ca. 25 Prozent der Bewohner deutscher Pflegeheime Diabetespatienten, wovon mindestens 11 Prozent beim Messen ihres Blutzuckers die Hilfe einer dritten Person und 10 Prozent die Unterstützung beim Spritzen von Insulin benötigen. [1]

Laut der neu gefassten und im März 2014 veröffentlichten TRBA 250 [2] sind nun auch sämtliche Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste verpflichtet, zum Schutz ihrer Mitarbeiter medizinische Instrumente mit Sicherheitsmechanismus zur Verfügung zu stellen. Die Initiative SAFETY FIRST! Deutschland hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, im Bereich der Pflege auf die Dringlichkeit des Themas Nadelstichverletzungen aufmerksam zu machen, Arbeitgeber und Pflegekräfte intensiv aufzuklären und ihnen Strategien zur Vermeidung von Verletzungen durch spitze und scharfe Instrumente vorzustellen.



[1] DIABETES CARE’S OPPORTUNITY ON THE LONG TERM CARE SAFETY MARKET, Befragung der Firma ALCIMED, Oktober 2013. Anmerkung: Pflegekräfte ambulanter Dienste waren bei der Befragung ausgeschlossen.

[2] Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege (TRBA 250), Gemeinsames Ministerialblatt Nr. 10-11/2014, 27. März 2014.

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