Prävalenz
Will man das tatsächliche Infektionsrisiko nach einer Nadelstichverletzung abschätzen, so ist also zunächst zu klären, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass die gebrauchten Nadeln oder scharfen Instrumente mit Infektionserregern kontaminiert wurden. Dies hängt davon ab, wie stark die entsprechenden Infektionserreger
- in der Allgemeinbevölkerung,
- bei Krankenhauspatienten bzw.
- bei Beschäftigten im Gesundheitsdienst verbreitet sind.
Neuere Untersuchungen zeigen, dass insbesondere bei Krankenhauspatienten mit einer deutlich erhöhten Wahrscheinlichkeit mit einer Risikokonstellation (Patient ist Überträger einer gefährlichen Krankheit) zu rechnen ist! So konnte eine Studienreihe aus Freiburg zeigen, dass bis zu 4,2% der Patienten, die nach einer Stichverletzung beim Personal untersucht wurden, Träger des Hepatitis-B-Erregers waren, fast 10% der in Wuppertal nach einer NSV untersuchten Patienten konnte das Hepatitis-C-Virus übertragen!
| Virus | Daten RKI | Wuppertal (n=1224) |
Freiburg (n=8426) |
| HBV | 0,4-0,6% | 2,5% | 4,2% |
| HIV | 0,05% | 2,5% | 3,7% |
| HCV | 0,6% | 9,8% | 6,8% |
Tabelle: Prävalenz gefährlicher Erreger
