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EU-Richtlinie 2010/32/EU

Bereits im Jahr 2003 forderte die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ausdrücklich den Einsatz Sicherer Instrumente im Gesundheitswesen.[1] Das Europäische Parlament griff dies im Juni 2006 erneut auf und verlangte eine Ergänzung der aktuell bestehenden Rechtsvorschriften.[2] Sie forderte die Kommission auf, das Thema „Nadelstichverletzungen“ in der Richtlinie zu konkretisieren und den Arbeitsschutz durch konkrete Sicherheitsvorschriften zu verbessern. Im Einzelnen forderte sie:

  • den verbindlichen Einsatz Sicherer Instrumente
  • ein Verbot des Recapping (Zurückstecken der Nadeln in die Schutzkappe)
  • die Unterweisung der Mitarbeiter in einer korrekten Entsorgung von Nadeln und anderen scharfen medizinischen Gegenständen
  • die Festlegung von Maßnahmen, die im Verletzungsfall zu treffen sind, sowie eine entsprechende Information der Beschäftigten durch Aushang
  • die Dokumentation von Nadelstichverletzungen
  • die Kontrolle der Einführung Sicherer Instrumente

Am 1. Juni 2010 wurde dann die Richtlinie 2010/32/EU zur Vermeidung von Verletzungen durch scharfe/spitze Instrumente im Krankenhaus- und Gesundheitssektor verabschiedet. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union mussten diese sogenannte Nadelstich-Richtlinie bis zum 11. Mai 2013 in nationales Recht überführen. Ziel der Richtlinie ist der Schutz von Mitarbeitern im Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesen vor Nadelstichverletzungen. Sie sieht unter anderem vor, dass Beschäftigten im Gesundheitssektor Sichere Instrumente zur Verfügung gestellt und sie ausreichend im Umgang mit den Instrumenten geschult werden müssen. In Deutschland ist die Umsetzung durch eine Novellierung der Biostoffverordnung (BioStoffV) erfolgt.

Zum vollständigen Text der Richtlinie 2010/32/EU gelangen Sie hier.

 

[1] Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz: FACTS 29 – Arbeit- und Gesundheitsschutz im Gesundheitssektor (Onlineversion hier).

[2] Europäisches Parlament, Schutz des in der europäischen Krankenversorgung tätigen Personals vor durch Blut übertragbaren Infektionen aufgrund von Verletzungen mit Injektionsnadeln, Plenarsitzungsdokument A6-0137/2006 (Onlineversion hier)

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