Daumen

Ist eine Infektion nicht sehr unwahrscheinlich?

Das Risiko einer Infektion durch blutübertragbare Erreger für Beschäftigte im Gesundheitsdienst hängt davon ab, wie viele infektiöse Patienten in der entsprechenden Einrichtung behandelt werden, mit welchen Erregern die Patienten infiziert sind und wie häufig gefährliche Blutkontakte während der Tätigkeit sind. Viele Untersuchungen zeigen, dass der Anteil Infizierter innerhalb von Krankenhäusern deutlich höher ist als in der Allgemeinbevölkerung.

Das Infektionsrisiko hängt auch von der Art und Schwere der Verletzung ab - allerdings ist hier größte Vorsicht geboten, denn selbst kleinste, oft als Bagatelle eingestufte Verletzungen können bereits zu einer schwerwiegenden Infektion bis hin zur Berufskrankheit führen!

Prinzipiell setzt sich das Risiko einer Infektion nach einer Nadelstichverletzung aus zwei Faktoren zusammen, der Prävalenz gefährlicher Erreger in der behandelten Patientengruppe und der Serokonversionsrate für den jeweiligen Erreger. Also muss zunächst der Quellpatient infektiös sein (Prävalenz), in Abhängikeit vom Erreger kommt es dann unterschiedlich oft zu Serokonversionen beim betroffenen Beschäftigten (Serokonversionsrate).

Der Anteil der infektiösen Personen (Prävalenz) in Deutschland liegt bei ca.:

  • 1,3 % für den Erreger der Hepatitis B (1.000.000 Personen)
  • 0,5 % für den Erreger der Hepatitis C (400.000 Personen)
  • 0,05 % für das HIV, den AIDS-Erreger (44.000 Personen)

Zu einer Übertragung (Serokonversion) nach einer Nadelstichverletzung kommt es

  • bei HBV in 300 von 1000 Fällen,
  • bei HCV in 30 von 1000 Fällen,
  • bei HIV in 3 von 1000 Fällen.

Damit beträgt das rechnerische Infektionsrisiko für die jeweiligen Erreger ca.:

  • 1 : 250 für Hepatitis B[1]
  • 1 : 6 500 für Hepatitis C
  • 1 : 650 000 für HIV/AIDS


Weiter mit Frage 4: Wieviele Nadelstichverletzungen ereignen sich?


[1] es existiert aber eine geeignete Schutzimpfung

Was ist gefährlich?

Als Infektionswege für Beschäftigte in Gesundheitsberufen spielen neben Tröpfchen- und Schmierinfektionen auch perkutane Kontakte mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten eine Rolle.

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Wer ist gefährdet?

Im deutschen Gesundheitswesen arbeiten über 4 Millionen Personen. Der größte Teil von ihnen ist aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit generell infektionsgefährdet. Hierzu zählen insbesondere folgende Berufsgruppen:

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Ist eine Infektion nicht sehr unwahrscheinlich?

Das Risiko einer Infektion durch blutübertragbare Erreger für Beschäftigte im Gesundheitsdienst hängt davon ab, wie viele infektiöse Patienten in der entsprechenden Einrichtung behandelt werden, mit welchen Erregern die Patient ...mehr

Wie viele Nadelstichverletzungen ereignen sich?

Diversen Studien zufolge ereignen sich allein im stationären Versorgungsbereich bei rund 750.000 Beschäftigten über 500.000 NSV pro Jahr.

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Was tun nach einer Nadelstichverletzung?

Waschen Sie die Wunde mit fließendem Wasser und Seife. Desinfizieren Sie die Wunde anschließend mit einem alkoholbasierten Desinfektionsmittel.

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Wie können Sie sich schützen?

Einen 100%igen Schutz gegen Infektionen gibt es leider nicht.

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