Daumen

Sichere Instrumente

Den bestmöglichen Schutz vor Nadelstichverletzungen bieten sogenannte Sichere Instrumente. Dabei handelt es sich um medizinische Einmalartikel für perkutane Eingriffe wie z. B. Kanülen und Lanzetten. Sie sind mit einem Sicherheitsmechanismus versehen und machen ein ungewolltes Stechen oder Schneiden nach dem Gebrauch unmöglich. Ihr Einsatz wird von der Biostoffverordnung (BioStoffV) und der Technischen Regel für Biologische Arbeitsstoffe 250 (TRBA 250) verbindlich vorgeschrieben – vorausgesetzt dies ist technisch möglich und dient der Vermeidung einer Infektionsgefährdung. Dies gilt nicht nur für Kliniken. Auch Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste, sofern diese die medizinischen Instrumente selbst beschaffen, haben auf Sichere Instrumente umzustellen. Kommt es aufgrund der Missachtung der Vorschriften zu einer Verletzung des Arbeitnehmers, hat z. B. der Praxisinhaber mit strafrechtlichen, haftungsrechtlichen und arbeitsschutzrechtlichen Konsequenzen zu rechnen.[1]

Heute stehen Sichere Instrumente für fast alle Anwendungsgebiete zur Verfügung: von der Blutentnahme über Insulin-Pen-Nadeln, Injektions- und Venenverweilkanülen bis hin zu Lanzetten. Lediglich im Bereich der Neonatologie, der Zahnheilkunde, der Pathologie und der Chirurgie sind Sichere Instrumente noch nicht für alle Einsatzbereiche erhältlich.

Im Allgemeinen lassen sich Sichere Instrumente wie folgt unterscheiden:

  • Passive Sichere Instrumente: Die Aktivierung des Sicherheitsmechanismus erfolgt ohne Zutun des Benutzers automatisch nach Gebrauch. Als Beispiel hierfür sind Venenverweilkatheter oder Insulin-Pen-Nadeln zu nennen, bei denen die Schutzkappe automatisch beim Herausziehen die Nadelspitze abdeckt.

Sichere Flügelkanüle

  • Aktive Sichere Instrumente: Der Sicherheitsmechanismus ist vom Anwender auszulösen. Hierbei wird z. B. die Schutzkappe nach Gebrauch mit dem Daumen über die Nadelspitze geklappt – so z. B. bei sicheren Blutentnahmekanülen.

Des Weiteren werden Sichere Instrumente häufig auch nach der Art des Sicherheitsmechanismus unterschieden. So kann man zwischen Schildmechanismen, Entschärfungsmechanismen und retraktiven Systemen, bei denen die gebrauchte Nadel nach der Nutzung in das Innere eines Gehäuses gezogen wird, differenzieren.

Zunehmend werden auch Fertigspritzen in sicherer Ausführung auf den Markt gebracht, beispielsweise werden manche Impfstoffe und bestimmte Heparine bereits in eigensicheren Fertigspritzen vertrieben.

Eine Auswahl von Sicheren Instrumenten finden Sie hier.

 

[1] Wittmann A; Zylka-Menhorn V: Arbeitsschutz: Verletzungssichere Instrumente für Kliniken und Praxen obligatorisch. Dtsch Ärztebl 2007; 104(10): A-624 / B-549 / C-528.

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